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PRESSEMITTEILUNG Stadt Forst (Lausitz) vom 14.11.2018

vortrag vor schülern am gym.9. November 2018 – Gedenkveranstaltung - 100 Jahre Ende Erster Weltkrieg - 80 Jahre Pogromgedenken
Vor 100 Jahren schien das Ende des Ersten Weltkrieges – trotz aller Krisen – die Aussicht auf eine neue, besserer Weltordnung zu geben, auf Demokratie, Selbstbestimmung der Völker und auf eine internationale, wenigstens europäische Friedensordnung. Nur zwei Jahrzehnte später stand die Welt am Rand eines neuen, von Deutschland ausgehenden Krieges und eines Verbrechens unfassbaren Ausmaßes. Die Novemberpogrome vor achtzig
Jahren gelten hierbei als Zäsur, als Übergang zur offenen und systematischen gewalttätigen Verfolgung der deutschen Juden durch die Nationalsozialisten und damit als Auftakt zum Holocaust.

gedenkveranstaltungDie Stadt Forst (Lausitz) nahm die hundertjährige Wiederkehr von Revolution und Kriegsende 1918 (9./11.1918) und den achtzigsten Jahrestag der Pogrome von 1938 (9./10.11.1938) zum Anlass, in einer Gedenkveranstaltung am 9. November an die Bedeutung beider Ereignisse zu erinnern. Eigens dazu reiste Herr Gil Keness (Konsens) aus Israel an, ein Vertreter der jüdischen Familie Konsens, die während des Ersten Weltkriegs aus der Gegend von Łodz nach Forst zog und hier bis kurz vor Kriegsausbruch 1939 lebte.
Am Vormittag berichtete Gil Keness in der Aula des Gymnasiums vor Schülern der neunten Klassen über das Schicksal seiner Familie zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Begleitet wurde er dabei von Herrn Andreas Peter aus Guben.
In der Gedenkveranstaltung im gefüllten Saal des Rathauses erzählte Herr Keness am Nachmittag die berührende Geschichte der eng miteinander verbundenen Familien Konsens, Silberberg und Golde aus Forst. Im Anschluss übergab er der Bürgermeisterin Simone Taubenek ein Familienbild von 1932 mit genauer Beschreibung jedes einzelnen Familienmitgliedes. Von den abgebildeten 22 Personen wurden elf im Holocaust ermordet. Die Überlebenden und ihre Nachfahren haben sich über über die ganze Welt verteilt. Zu sehen sind auch sein Vater Tuvia (Tobias), 1920 in Forst geboren, dessen beide Geschwister und die Großeltern Yacov (Jakob) und Ida Konsens. Jakob Konsens wurde während der „Reichskristallnacht“ verhaftet und für mehrere Wochen ins KZ Sachsenhausen gesperrt; allen gelang jedoch bis 1939 die Ausreise nach
Palästina.
Professor Dr. Werner Benecke, Professur für Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas an der Viadrina Universität Frankfurt (Oder), berichtete in seinem Vortrag über die Zeit nach dem Ende des Ersten Weltkrieges. Mit dem Epochenjahr 1918 begann für Europa eine neue Ära, voll neuer Hoffnungen, aber auch voll neuer – und alter – Konflikte.
am gedenksteinIn einem weiteren Vortrag „Pogrom vor 80 Jahren – Zur Geschichte der Forster Juden“ konnte Sven Zuber, Verwaltungsvorstand für Service, Bildung und Personal bei der Stadt Forst (Lausitz) den Zuhörern einen beeindruckenden Überblick über die Judenverfolgung seit 1933 bis hin zur Pogromnacht in Forst geben, ebenso zur Erinnerung und Aufarbeitung dieser Verbrechen in den vergangenen Jahrzehnten.
Begleitet wurde die Veranstaltung von Christiane Gehlsdorf von der evangelischen Kirchengemeinde Forst (Lausitz) mit Musikstücken auf dem Cello.
Am Gedenkstein der Synagoge fand die Veranstaltung am frühen Abend ihren Abschluss. Pfarrer Christoph Lange gab der Andacht in diesem Jahr das Motto „Forst trägt Kippa“ und verteilte Kippot  an die Teilnehmer. Damit erinnerte die diesjährige Andacht nicht nur an die Opfer des Holocausts, sondern verwies zugleich darauf, dass Antisemitismus in unserer Gesellschaft leider immer noch, und heute sogar wieder verstärkt, eine Gefahr darstellt.
Fotos: Stadt Forst (Lausitz)
Text: Dr. J.Klußmann - Stadtarchiv

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